Unsere Story

Wie eine Reise unser Weltbild veränderte – und uns einiges vollkommen anders machen liess

Schon im Jahr 2018 begannen wir, Kleidung zu produzieren. Wir hatten klare Vorstellungen. Aber wer ist überhaupt „wir“? 

Wir, das sind Nico Staub und Stephan Wernli. Wir hatten unsere Vorstellungen von Design und einer eigenen Marke. Schnell gewannen wir mit dem, was wir taten, Bekanntheit und verkauften unsere Produkte sogar ausserhalb der Schweiz, in der wir unser Start-up gegründet hatten.

Mit dem Erfolg wuchs dann auch unsere Neugier. Wir wollten sehen, wie unsere Kleidung produziert wird, und fingen an zu recherchieren. In Bangladesch produzieren rund 4 Millionen Menschen Kleidung. Die Themen Stoffe, Verarbeitung, Produktion und Versand sind hier also allgegenwärtig. Wir wollten herausfinden, wie es den Arbeitern in dieser milliardenschweren Industrie geht, um dann auch unseren Kunden mit wirklich gutem Gewissen unsere Waren empfehlen zu können.

Nur in China wird mehr Kleidung produziert. Allerdings hatten wir uns nach unserer ersten Kollektion gegen China als Produktionsort entschieden und wollten viel mehr im kleineren und überschaubareren Bangladesch produzieren lassen. Das taten wir dann auch – bis zu diesen denkwürdigen Entdeckungen.

Wir fanden heraus, dass es in Bangladesch einige Menschen gibt, die sehr gut von der Herstellung von Kleidung lebten. Aber die Arbeiter, die jeden Tag in teilweise 70 Stunden pro Woche produzierten, bekamen einen Anteil davon, den man nur als erbarmungswürdig bezeichnen kann.

Schockiert und verärgert setzten wir uns an jenem Abend auf den Balkon. Wie konnte es denn sein, dass die Menschen hier unter diesen Bedingungen lebten und arbeiteten? Sie leisteten eine hervorragende Arbeit, bekamen aber weniger Geld als bei uns ein Auszubildender. Ein Beispiel, um das zu verdeutlichen: Ein Arbeiter in der Fabrik in Bangladesch bekommt für eine 70 Stunden Woche umgerechnet etwa 100-150 CHF. Ein Auszubildender in der Schweiz erhält monatlich durchschnittlich über 1000 CHF.

In dieser Nacht schliefen wir sehr schlecht

Die neuen Erkenntnissen,die wir gewonnen hatten, raubten uns förmlich den Schlaf und wir fühlten uns schuldig, die unschuldigen Arbeiter für unsere Zwecke ausgenutzt zu haben. Das, was wir entdeckt hatten, musste erst einmal verarbeitet werden. Wir befassten uns mit den Bedingungen, die in Bangladesch herrschten und erfuhren auch noch, dass eine solche Fabrik über 1000 Menschen das Leben gekostet hatte. Sie war baufällig und stürzte einfach ein. Der Unternehmer, der mit der Fabrik viel Geld verdiente, wurde noch Jahre nach dem Unglück – dieser absolut vermeidbaren Tragödie, weil das Gebäude baufällig war und die Mitarbeiter mehrfach darauf hingewiesen hatten, dass es einzustürzen drohte – nicht vor Gericht gestellt. Über 1000 Menschen waren tot und nichts passierte?

Wir erfuhren von Accord Bangladesch

Die Modeindustrie hat nach dem Unglück eine Firma namens Accord ins Leben gerufen. Diese ist aber weder für Löhne oder gar faire Arbeitsbedingungen zuständig, auch nicht für normale Arbeitszeiten. Viele Firmen produzieren 24 Stunden am Tag an 7 Tagen in der Woche. Nein, diese Firma soll dafür sorgen, dass die Gebäude nicht einstürzen und die Maschinen den Menschen keinen Schaden zufügen können. Sie tun das aber nicht etwa, damit es ihnen dann besser geht. Nein, es geht nur darum, besser dazustehen. Jetzt können die Modelabels – über 200 an der Zahl – sagen „Wir tun aktiv etwas für den Arbeitsschutz in Bangladesch.“ Das hat die Sicherheit der Gebäude vielleicht verbessert, aber keine Löhne erhöht. Viele der Arbeiter können kaum von ihrem Einkommen leben, geschweige denn, etwas weglegen, um später abgesichert zu sein. Es ist ein trauriges Leben – von der Hand in den Mund.

Es musste einen anderen Weg geben

Wir begannen, zu überlegen, ob wir in einem anderen Land produzieren könnten. Aber als Produktionsland für Massen an Kleidungsstücken stand nur noch China zur Auswahl und das war von den Arbeitsbedingungen her genauso unzumutbar.

Dann hörten wir von einer deutschen Firma, die im Schwäbischen sitzt und das ist auch den Schweizern als das Ländle der Sparsamen bekannt. Diese Firma produziert in Deutschland und verkauft in Deutschland Sport- und Freizeitkleidung.

Eine Idee war geboren. Wenn wir ein hochwertiges Kleidungslabel gründen würden, dann müssten wir uns dabei an die Arbeitsgesetze der Schweiz halten. Wir müssten faire Löhne zahlen und sichere Arbeitsbedingungen anbieten. Und wir hätten qualitativ hochwertige Kleidung, die unter kontrollierten Bedingungen in der Schweiz hergestellt wurde.

Wir könnten sogar noch mehr tun

Würden wir nun noch auf nachhaltige Rohstoffe und kurze Transportwege, sehr hochwertige Verarbeitung und plastikfreien Versand bauen, hätten wir etwas, das einen Schweizer stolz machen könnte.

Nachhaltige, in der Schweiz zu fairen Bedingungen produzierte Kleidung aus hochwertigen Materialien, die jahrelang hält und noch dazu gut aussieht. Die Idee hatten wir also schon dort. Bis wir dann unser Modelabel „NSW“ in der Schweiz gegründet und gestartet hatten, verging noch eine Weile.

Heute sind wir sehr glücklich, wie diese deutsche Firma, in der Schweiz hochwertige Kleidung aus natürlichen Materialien anzubieten. Wir lassen in der Schweiz zu unseren Arbeitsbedingungen produzieren. Solche Produkte kann jeder Schweizer mit stolzgeschwellter Brust tragen, denn unsere Kleidung ist nicht nur fair hergestellt, sondern auch hochwertig verarbeitet. Dabei verzichten wir auf so viel Verpackung und produzieren dadurch so wenig Müll, wie es nur geht. Wir wollen der Umwelt und den Menschen einen Dienst erweisen, mit langlebiger Kleidung, die man gerne mit gutem Gewissen immer wieder tragen kann.

Werde auch du ein Teil unserer Reise

Für uns waren diese Informationen echte Augenöffner und heute, einige Jahre danach, sind wir froh, dass wir etwas dagegen unternommen haben. Wir haben sehr viele positive Rückmeldungen von den Menschen, die unsere Kleidungsstücke tagtäglich tragen und schätzen, weil sie gut verarbeitet sind, weil sie nicht nach der dritten Wäsche Form und Farbe verlieren. Mit unseren Produkten erwirbst du ein echtes, handwerklich in der Schweiz hergestelltes Kleidungsstück.Damit leistest du sogar selbst einen aktiven Beitrag – denn jeder, der die in Bangladesch produzierten Teile nicht kauft, unterstützt auch nicht die dortigen Arbeitsbedingungen. Werde zu einem Teil unserer hochwertigen Reise.